Junge, kreative Europäer mitten aus Moisburg PDF Drucken E-Mail
Samstag, 26. Mai 2007

Moisburg Ein unglaubliches Engagement und viel Leidenschaft für das Projekt an sich haben Jugendwart Jürgen Czaschke und thumb_20070526kjfwl.jpgseine Kids von der Freiwilligen Feuerwehr Moisburg in den vergangenen Jahren in ihre Bachpatenschaft investiert. Was im Kleinen vor mehr als vier Jahren begann, wurde zwischenzeitlich auf nahezu 45 Ausstellungen im Landkreis vorgestellt, hat bereits an diversen Ausschreibungen für Umweltschutz erfolgreich teilgenommen und steht jetzt vor dem ganz großen Durchbruch.

Unter dem Motto: „Besser 1.000 Steine im Bach als 10.000 am Ufer“ beteiligten sich die naturschutzinteressierten Bachpaten vom Staersbach am Sonntag, den 20. Mai 2007, an der Aktion des NDR 1, Natürlich Niedersachsen – der Sonntag für den Naturschutz. An der Aktion von NDR 1 Niedersachsen und der Alfred Toepfer Akademie für Naturschutz (NNA) waren an diesem Tag in ganz Niedersachsen fast 200 Veranstalter mit den unterschiedlichsten Projekten vertreten. Wer sich über die Bachpatenschaft der jungen Moisburger informieren wollte, konnte am 20. Mai in der Zeit von 10 bis 16 Uhr am Schützenplatz, direkt am Staersbach, vorbeischauen und tatkräftig mithelfen, vorhandene Steine in den Bach zu bringen. Eine Informationstafel vor Ort erläuterte ausführlich die Vorgehensweise und kleine sowie große Besucher hatten die Möglichkeit beim Käschern von Kleinstlebewesen und “Bachmonsterchen“ viel über das Leben im Bach in Erfahrung zu bringen. Experten der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Harburg standen mit fachmännischem Rat zur Seite, zeigten Hintergründe auf und vermittelten Wissenswertes. 

Parallel zu dieser Aktion haben sich die Jungretter aus Moisburg mit ihrer Bachpatenschaft an dem Europäischen Ideenwettbewerb “Unsere Gewässer“, ausgeschrieben vom Niedersächsischen Umweltministerium und unter der Schirmherrschaft des EU-Umweltkommissars Stavros Dimas, beteiligt. 44 Teilnehmer aus Ländern wie Frankreich, Österreich, Lettland und der Schweiz haben in schriftlicher Form, in Englisch und ihrer Muttersprache eingereicht, was sie als “kosteneffiziente Maßnahmen zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie“ an Ideen umgesetzt haben. Bei der Bewertung durch ein EU-Komitee spielen ökologische, ökonomische und soziale Aspekte der vorgestellten Maßnahmen eine wesentliche Rolle, vor allem aber das ausgewogene Verhältnis der einzelnen Disziplinen zueinander. Beiträge konnten bis zum 30. März diesen Jahres eingereicht werden und am 4. Oktober 2007 wird in Brüssel der Sieger seinen Preis sowie die Ehrung in Empfang nehmen dürfen. 

Die Revitalisierung des Staersbaches in Moisburg durch die Jugendgruppe der Freiwilligen Feuerwehr hat durchaus gute Aussichten, bei diesem Wettbewerb mit einer guten Platzierung abzuschneiden. Die langfristige Wiederansiedlung der Bachforelle, die Förderung der charakteristischen Arten und Lebensgemeinschaften im Staersbach sowie die Wiederherstellung naturnaher Strukturen und Substrate ist ein Langzeitprojekt, dass voraussichtlich noch bis zum Jahr 2010 fortgeführt werden und andauern wird. Bei Jugendlichen soviel Feuereifer für ein so nützliches Vorhaben zu entfachen, die Einfachheit zu einem elementaren, großen Ganzen werden zu lassen und gemeinsam etwas zu schaffen und zu bewegen, erfordert nicht nur Einsatz, sondern die Bereitschaft Ausdauer und Ehrgeiz vorzuleben, gespickt mit dem pädagogischen Ansatz, alles aus Spaß und mit Freude an der Sache zu tun. In der heutigen Zeit eine wahre Meisterleitung – mit oder ohne Platzierung beim Europäischen Ideenwettbewerb.

Text: Hollenstedter Wochenblatt (P.S.) / Foto: Ute Czaschke
 
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